SJK präsentiert Programm und Kandidat:innen für die Landwirtschaftskammerwahl 2026

Die Gemeinschaft der Kärntner Bäuerinnen und Bauern (SJK) hat am Donnerstag ihr Programm sowie die Kandidatinnen und Kandidaten für die Landwirtschaftskammerwahl am 25. Oktober 2026 vorgestellt. Im Mittelpunkt der Pressekonferenz mit Spitzenkandidat Marijan Čik standen die wirtschaftliche Zukunft bäuerlicher Betriebe, faire Rahmenbedingungen, Regionalität, Waldwirtschaft, Klimaschutz und die soziale Absicherung der Bäuerinnen und Bauern.

„Entscheidend ist nicht, was angekündigt wird, sondern was am Hof ankommt“, betonte Čik bei der Präsentation des Programms. Die SJK versteht sich dabei als unabhängige und konstruktive Interessenvertretung, die sich an den konkreten Bedürfnissen der bäuerlichen Familienbetriebe orientiert.

Faire Bedingungen und weniger Bürokratie

Als zentrale Herausforderungen nennt die SJK steigende Produktionskosten, zunehmende Bürokratie und unsichere wirtschaftliche Rahmenbedingungen. Gefordert werden unter anderem planbare Einkommen, weniger Bürokratie, weniger Mehrfachkontrollen sowie eine stärkere persönliche Beratung.

Die Landwirtschaftskammer und ihre Bezirksaußenstellen sollen nach den Vorstellungen der SJK stärker als bürgernahe Serviceeinrichtungen ausgerichtet werden. Vorgeschlagen werden außerdem eine vereinfachte Förderabwicklung, stärkere Investitionsförderungen für produktionsorientierte Betriebe sowie bessere Lager-, Verarbeitungs- und Vermarktungsmöglichkeiten für heimische Produkte.

Die SJK spricht sich zudem für eine Wiedereinführung der Mutterkuhprämie, höhere Ausgleichszahlungen für das Berggebiet und eine stärkere regionale Wertschöpfung aus.

Waldwirtschaft und Eigentum

Ein weiterer Schwerpunkt des Programms ist die Forstwirtschaft. Die SJK fordert einen leichteren Zugang zum Waldfonds für Klein- und Familienbetriebe, Unterstützung bei modernen Forstmaschinen sowie Verbesserungen bei Forstwegen, Hofzufahrten und Bringungsgemeinschaften. Für gesundes Blochholz wird ein Mindestpreis von 100 Euro pro Kubikmeter vorgeschlagen.

Beim Naturschutz fordert die SJK eine stärkere Einbindung der betroffenen Grundeigentümer:innen und eine finanzielle Abgeltung wirtschaftlicher Einschränkungen durch Schutzauflagen. Auch der Umgang mit Natura-2000-Gebieten und dem Wolf ist Teil des Programms.

Klimaschutz mit Lösungen für die Höfe

„Klimaschutz braucht Lösungen, die auf den Höfen funktionieren und dort auch abgegolten werden“, so Čik. Die SJK fordert unter anderem praxistaugliche ÖPUL-Programme, eine bessere Dürrevorsorge, den Ausbau von Bewässerungsmöglichkeiten und Tiefbrunnen sowie eine verlässliche Nutz- und Trinkwasserversorgung in Krisensituationen.

Gleichzeitig soll die Klimaleistung der Landwirtschaft stärker anerkannt und abgegolten werden.

Zukunft für bäuerliche Familienbetriebe

Besonderes Augenmerk legt die SJK auf die Weiterführung kleiner und mittlerer Betriebe. Vorgesehen sind unter anderem höhere Förderungen für Jungübernehmer:innen, Verbesserungen bei der bäuerlichen Sozial- und Pensionsversicherung sowie ein Sozialversicherungsfreibetrag von 10.000 Euro für Direktvermarktung und land- und forstwirtschaftliche Nebentätigkeiten.

„Wer unsere Höfe erhalten will, muss auch ihre soziale Absicherung gewährleisten“, erklärte Čik.

Ein weiterer Schwerpunkt ist die Bildung. Die SJK spricht sich für mehrsprachige Bildungsangebote an den Landwirtschaftsschulen Stiegerhof und Goldbrunnhof sowie für eine internationale Alpen-Adria-Klasse an der HBLA Pitzelstätten aus.

Die ersten zehn Kandidat:innen der SJK

  1. Marijan Čik, 1971, St. Kanzian/Škocjan

  2. Franz-Josef Smrtnik, 1964, Eisenkappel-Vellach/Železna Kapla-Bela

  3. Franz Baumgartner, 1965, St. Jakob im Rosental/Šentjakob v Rožu

  4. Hannes Paulitsch, 1978, Keutschach/Hodiše

  5. Johannes Rutter, 1977, Völkermarkt/Velikovec

  6. Kerstin Mlinar, 1997, Bleiburg/Pliberk

  7. BEd. Danijel Olip, 1991, Zell/Sele

  8. Mirijam Gallob, 1996, Finkenstein/Bekštanj

  9. Thomas Orasche, 2000, Eisenkappel-Vellach/Železna Kapla-Bela

  10. Peter Janežič, 1985, St. Jakob im Rosental/Šentjakob v Rožu

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